Montag, 18. Mai 2009

Liebe Studierende
Nun melde ich mich zum letzten Mal an dieser Stelle. Ich bitte Sie, den Blog erst Ende Mai zu löschen. Ich wünsche Ihnen gute Prüfungsvorbereitungen, erfolgreiche Prüfungen und alles Gute für Ihre berufliche und private Zukunft.
Herzliche Grüsse, Barbara Stehle (mikesch)

Montag, 11. Mai 2009

Tauschen was das Zeug hält!

Für die "Bring- und Hol-Aktion" brachten alle Studierende fünf Gegenstände mit, die ihnen etwas bedeutet haben, sie aber nicht mehr benötigen. Die Gegenstände wurden im Garten vom Mariaberg ausgelegt und getauscht. Jeder konnte bringen und mitnehmen, was er/sie wollte.

Meine Auswahl
Ich brachte zwei Bücher, eines aus meiner Teenager-Zeit und das andere begleitete mich während drei Wochen in Thailand, eine Handtasche, die ich vor zehn Jahren in der Toscana gekauft habe, ein Armband, das ich in Thailand einer Strassenhändlerin abgekauft habe und Ohrenringe, die mir eine Freundin aus Amerika mitgebracht hat, mit.
Zu Hause auszwählen, welche Gegenstände ich mitbringen möchte, war sehr schwierig. Ich ärgerte mich über den Auftrag, da ich alle Gegenstände, die mir etwas bedeuten, behalten möchte. Mit dem Stöbern in meinem Zimmer und im Estrich stiess ich dann trotzdem auf diese fünf Gegenstände, die ich trotz der Erinnerungen weggeben kann und so vielleicht jemandem anders eine Freude bereiten.

Tauschaktion auf Mariaberg
Die Tücher mit den Gegenständen im Mariaberg und die vielen Studierenden, die um die Tücher standen, war ein lustiger Anblick. Es war spannend zu sehen, wie die Studierenden die eigenen und auch fremde Gegenstände auswählten und mitnahmen. Drei Gegenstände von mir (Buch, Tasche, Ohrenringe) wurden sehr schnell ausgewählt, die anderen wurden vielleicht noch mitgenommen, oder kommen ins Brockenhaus. Es ist für mich ok, dass diese zwei Gegenstände nicht ausgewählt wurden. Ich freue mich aber, dass sie nicht weggeworfen werden und vielleicht trotzdem noch jemand eine Verwendung dafür findet.

Ein erfolgreicher Tausch
Ich hatte einen sehr erfolgreichen Tausch gemacht. Meine Gegenstände, die ich mitgebracht habe, waren für mich unbrauchbar. Für die ergatterten Gegenstände (zwei Open-Air CDs und eine rote Teekanne) habe ich eine Verwendung. Die Teekanne werde ich meinem Freund in die WG geben, die passt perfekt in seine Küche und die Open-Air CDs werde ich selbst behalten und mich mit ihnen auf das diesjährige Open-Air freuen.

Umsetzungsmöglichkeit mit Kindern
Eine solche "Bring- und Hol-Aktion" kann sehr gut auch in der Schulen umgesetzt werden. Sie könnte in derselben Form durchgeführt werden, wie wir sie gemacht haben. Man könnte es aber auch mit dem Thema Geld verbinden. Jedes Kind könnte fünf Gegenstände von zu Hause und fünf Franken mitnehmen. Die Kinder könnten dann Gegenstände verkaufen und andere einkaufen. Die Kinder hätten bestimmt grossen Spass.

Darinka

Mittwoch, 6. Mai 2009

Liebe Studierende
Dieser Mittagstisch für Asylsuchende ist eine tolle und not-wendige Sache. Es ist schön, dass Ihr Engagement zu einer eindrücklichen Erfahrung geführt hat. Die Begegnungen waren nachhaltig, das ist Ihrem Post deutlich zu entnehmen. Plötzlich bekommen die Schicksale ein Gesicht...
Herzlich, Barbara Stehle

Sonntag, 3. Mai 2009

Kochen im CaBi


Das CaBi befindet sich im Linsenbühlquartier in der Stadt St.Gallen. Jeden Mittag wird dort gratis gekocht für Asylsuchende. Dieses Projekt wurde vom Solinetz der Stadt (eine Vereinigung der evangelischen Kirche der Stadt St.Gallen). Es kochen dort jeden Mittag unendgeltlich mindestens zwei freiwillige Helferinnen und Helfer für ca. 15 - 25 Menschen (vorwiegend Ayslsuchende), welche sich in einer aussergewöhnlichen Situation befinden und nicht genug Geld haben, um sich jeden Tag eine warme Mahlzeit zu kochen.

















Am Dienstag, 21. April kochten mir gemeinsam mit Tülay, einer Türkin, die ebenfalls als Flüchtling in die Schweiz kam, mittlerweile Schweizerin ist und jeden zweiten Dienstag im CaBi ein aufwendiges, leckeres Menue kocht. Sie erzählte uns von ihrer Vergangenheit. Totz den erschreckenden Tatsachen ist sie eine sehr fröhliche Person und brachte uns während des Kochens oft zum Lachen.


Wir trafen uns um 09.30 Uhr und gingen gemeinsam einkaufen. Daraufhin teilten wir die Arbeiten auf und kochten einen Gemüseeintopf mit Poulet und Salat.

Um 11 Uhr kamen die ersten Gäste. Einige halfen den Tisch zu decken, während es die anderen genossen beisammen zu sitzen und sich auszutauschen.
Es war eine sehr schöne Athmosphäre während des ganzen Mittags.
Den Gästen schmeckte das Menue ausgezeichnet und sie genossen es, dass neue Gesichter im CaBi kochten. Einige nutzten die Gelegenheit um uns ihr Schicksal zu erzählen. Uns beeindruckte die offene Art, wie einige auf uns zu kamen.
Viele sprachen jedoch nicht viel, assen still für sich das Mittagessen und verabschiedeten sich dann auch bald wieder.






Die fröhliche Athmosphäre im CaBi und die vielen kleinen Kontakte an diesem Mittag werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Das Kochen im CaBi hat uns wieder einmal vor Augen geführt, dass es auch in der Schweiz Menschen gibt, die unsere Hilfe benötigen, wie wertvoll eine warme Mahlzeit am Tag sein kann, wie "einfach" Menschen im Kleinen geholfen werden kann und welch eine Befriedigung diese Hilfe bei den Mitarbeitenden (bei uns) auslösen kann.

Samstag, 18. April 2009

Anmerkung

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Idee für den SOL-Auftrag! mikesch

Feedback

Liebe Studierende, unterdessen ist der Frühling definitiv ins Land gezogen. Schön, dass Sie in diesem Jahr seine Vorzeichen durch den BNE-Auftrag intensiv wahrgenommen haben! Ihre Erfahrungen und die Gedanken dazu sind eindrücklich. Obwohl Sie alle einen Bezug zur Natur hatten, kommt er Ihnen offenbar zwischenzeitlich, bedingt durch Arbeitsdruck, abhanden. Mir geht es genau so. Einzelne von Ihnen haben Ihren Lieblingsort aufgesucht . Ganz besonders ist dies, wenn Sie mit diesem Ort bereits eine längere Geschichte verbindet. Eine Studierende einer anderen Bloggruppe hat für diesen Ort eine ganz schöne Bezeichnung gefunden: 'Rastplatz für meine Seele.' Ich denke, dass die Beziehung zur Natur ganz wesentlich eine Sache des Herzens ist - es geht darum, die Liebe zu ihr zu entdecken und zu pflegen. Was man liebt, dafür setzt man sich ein. Dass heute viele Kinder ohne Naturbezug aufwachsen, ist eine traurige Sache, nicht nur, weil ihnen ganz vieles entgeht, sondern auch, weil da keine Liebe wachsen kann. Wie können sie etwas lieben, das sie gar nicht kennen? Deshalb bin ich überzeugt, dass es darum geht, ihnen ganz viele Erfahrungen und Erlebnisse zu ermöglichen, sei es im Wald, am Bach, auf der Wiese, am Weiher. Selbstverständlich darf das kritische Nachdenken über das Erlebte nicht fehlen und die Natur auch nicht einseitig romantisiert werden. Ich bin überzeugt, dass Sie mit ihrem eigenen Erfahrungshintergrund ganz gute Aufbauarbeit leisten werden. Durch die Augen der Kinder werden Sie vieles auch wieder neu sehen lernen. Kleinere Kinder können noch staunen. Das finde ich das Faszinierende. Staunen können hat ganz wesentlich mit dieser anderen Zeitqualität zu tun, die in einem Post angesprochen ist. Genau so ist es mit der Achtsamkeit. Sehr eindrücklich ist die Erfahrung mit der Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen, aber auch die Erkenntnis oder genauer das Erschrecken darüber, wie vieles in unserem Alltag ganz automatisch abläuft. Achtsamkeit für sich selber ist auch etwas ganz wichtiges und eine sehr gute Burnout-Prophylaxe. Bei Ihrem Eintritt in den Beruf werden sehr gefordert sein. Vielleicht behalten Sie die Idee mit dem Post-it-Zettel bei. 
Herzliche Grüsse, Barbara Stehle alias mikesch
P.S. Ich habe Ihre Weblogprotokolle kontrolliert. Es sind alle in Ordnung. 

Mittwoch, 18. März 2009

Natur bewusst erleben

Ich bin gerade von einem Spaziergang mit unserem Hund zurückgekehrt. Ich bin zum Bettenauerweiher spaziert (ca. 20 Minuten von mir entfernt) und habe mich dort eine halbe
Stunde auf eine Bank gesetzt und mich bewusst auf meine Umgebung eingelassen.
Der Bettenauerweiher hat seit ich klein bin eine grosse Bedeutung für mich. Ich gehe oft mit unserem Hund dort spazieren oder jogge um den Weiher. Ich kenne den Weiher in all den Jahreszeiten und habe auch schon jeden Monat ein Foto dort gemacht, aus welchen ich einen Kalendar erstellt habe. Im Frühling mag ich den Weiher am liebsten.

Es war wunderschön die Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren und die Natur zu
beobachten, die sich nach dem langen harten Winter langsam wieder aufrichtig und zu leben beginnt. Das Wasser wirkte sehr beruhigend auf mich und ich hatte das Gefühl mich wirklich entspannen zu können und abzuschalten. Ich beobachtete zwei Taucherli, welche lustige Töne von sich gaben. Ab und zu erhoben sich sich aus dem Wasser und flatterten in niedriger über das Wasser, so dass es spritzte. Urlo, unser Hund, war ganz wachsam und ich musste aufpassen,
dass er nicht ins Wasser sprang um die Taucherli zu jagen.

Ich merkte, wie ich immer mehr Dinge entdeckte und die Natur während dieser halben Stunde immer besser wahrnahm. Ich versuchte die Umgebung durch die verschiedenen Sinne wahrzunehmen und auch mal nur auf die Geräusche zu hören oder die Gerüche wahrzunehmen.

Mir kam auch in den Sinn, dass nicht alle Menschen die Möglichkeit haben, in der Nähe ihres Wohnortes ein so schönes Stück Natur zu haben, in welchem sie abschalten können. Dies stimmte mich traurig und löste in mir das Bedürfnis aus, mehr Gelegenheiten zu nutzen um hier am Weiher zu sitzen und mit meinen Gedanken zu spielen.

In der Auseinandersetzung mit dem Thema "Nachhaltige Entwicklung" habe ich oftmals an den Bettenauerweiher und die Lebewesen dort gedacht. Im nächsten Jahr werde ich vermutlich nicht mehr entlang des Weihers spazieren können, da dieser Weg geschlossen wird und die Artenvielfalt zu erhalten. Naturschützer haben diesen Vorstoss lanciert, da Mensch und Tier zu nahe aufeinandertreffen und dies der Tierwelt schadet.
Ich habe dies mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen. Doch manchmal muss man die eigenen Interessen für diejenigen der Natur zurückstecken...