Mittwoch, 18. März 2009
Natur bewusst erleben
Stunde auf eine Bank gesetzt und mich bewusst auf meine Umgebung eingelassen.
Der Bettenauerweiher hat seit ich klein bin eine grosse Bedeutung für mich. Ich gehe oft mit unserem Hund dort spazieren oder jogge um den Weiher. Ich kenne den Weiher in all den Jahreszeiten und habe auch schon jeden Monat ein Foto dort gemacht, aus welchen ich einen Kalendar erstellt habe. Im Frühling mag ich den Weiher am liebsten.
Es war wunderschön die Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren und die Natur zu
beobachten, die sich nach dem langen harten Winter langsam wieder aufrichtig und zu leben beginnt. Das Wasser wirkte sehr beruhigend auf mich und ich hatte das Gefühl mich wirklich entspannen zu können und abzuschalten. Ich beobachtete zwei Taucherli, welche lustige Töne von sich gaben. Ab und zu erhoben sich sich aus dem Wasser und flatterten in niedriger über das Wasser, so dass es spritzte. Urlo, unser Hund, war ganz wachsam und ich musste aufpassen,
dass er nicht ins Wasser sprang um die Taucherli zu jagen.
Ich merkte, wie ich immer mehr Dinge entdeckte und die Natur während dieser halben Stunde immer besser wahrnahm. Ich versuchte die Umgebung durch die verschiedenen Sinne wahrzunehmen und auch mal nur auf die Geräusche zu hören oder die Gerüche wahrzunehmen.
Mir kam auch in den Sinn, dass nicht alle Menschen die Möglichkeit haben, in der Nähe ihres Wohnortes ein so schönes Stück Natur zu haben, in welchem sie abschalten können. Dies stimmte mich traurig und löste in mir das Bedürfnis aus, mehr Gelegenheiten zu nutzen um hier am Weiher zu sitzen und mit meinen Gedanken zu spielen.
In der Auseinandersetzung mit dem Thema "Nachhaltige Entwicklung" habe ich oftmals an den Bettenauerweiher und die Lebewesen dort gedacht. Im nächsten Jahr werde ich vermutlich nicht mehr entlang des Weihers spazieren können, da dieser Weg geschlossen wird und die Artenvielfalt zu erhalten. Naturschützer haben diesen Vorstoss lanciert, da Mensch und Tier zu nahe aufeinandertreffen und dies der Tierwelt schadet.
Ich habe dies mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen. Doch manchmal muss man die eigenen Interessen für diejenigen der Natur zurückstecken...
Die postmoderne Gesellschaft und die Natur
Im Wald angekommen spürte ich sofort, dass der langersehnte Frühling endlich gekommen ist. Einzelne Sonnenstrahlen drangen durch die Blätterschichten bis auf den Waldboden, die Vögel zwitscherten und ich atmete einen erdigen, frischen Duft ein. Es war noch früh am Morgen und weit und breit niemand anderes zu sehen. Nichts lenkte mich ab und ich konnte mich mit allen Sinnen auf mich und meine Umgebung konzentrieren. Es tat gut, die Natur so intensiv wahrzunehmen, wodurch mir schmerzlich bewusst wurde, wie selten ich die Gelegenheit dazu habe oder nutze. Ich glaube in der postmodernen Gesellschaft von heute ergeht es leider den meisten Menschen so, dass sie kaum Zeit finden sich in der Natur aufzuhalten. Immer mehr Kinder wachsen ohne Naturbezug auf. Da frage ich mich natürlich schon, wie denn ein Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur erlernt kann. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und kann es mir deshalb auch überhaupt nicht vorstellen, mitten in einer Stadt zu wohnen. Seit ich mich erinnern kann, haben wir immer in der Nähe eines Waldes oder eines Sees gewohnt, wo die Möglichkeit zum Ausspannen in der Natur grundsätzlich da war. Dies wird heute im Allgemeinen viel zu wenig genutzt, mich nicht ausgenommen.
Wenn ich in der Natur bin, sei es zum Zelten, joggen oder wandern, fühle ich mich schon mit der Natur verbunden, weil ich ihr gegenüber eine Verantwortung habe. Allerdings steht es für mich ausser Zweifel, dass die Natur wunderbar ohne uns zurecht kommen und die Dinge einfach ihren natürlichen Lauf nehmen würden.
Wenn ich in den Beruf einsteige, möchte ich mit den Kindern unbedingt regelmässig in den Wald oder so gehen, und sie für einen respektvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren. Ich denke, es ist wichtig, dass wir die Kinder frühzeitig das Verständnis für eine nachhaltige Entwicklung hervorrufen, denn sie sind unsere Zukunft.
Dienstag, 17. März 2009
Frühling
Wenn ich im Wald bin, nehme ich die Natur mit allen Sinnen war. Ich rieche die Erde und die Bäume. Ich höre das Rauschen des Windes durch die Tannen, die Vögel zwitschern und die Insekten surren. Ich sehe die schöne Natur, wie sie in Harmonie lebt.
Der Montag war ein perfekter Tag, um in die Natur zu gehen. Die Sonne schien und man sah schon die ersten Frühlingsblumen. Nach diesem langen Winter war es sehr schön, wieder einmal nach draussen zu gehen, sich an der Sonne zu wärmen und Gedanken los die Natur zu geniessen.
Das bewusste Wahrnehmen der Natur weckt in mir viele verschiedene Gefühle. Einerseits denke ich mir jedes Mal, dass ich eigentlich mehr Zeit in der Natur verbringen und sie geniessen sollte, weil ich merke, wie gut sie mir tut. Dann gibt sie mir auch das Gefühl, als ob die Zeit stehen bleibt. In der Natur geht alles viel langsamer. Jede einzelne Pflanze nimmt sich die Zeit, die sie braucht. Das zeigt mir wieder auf, dass wir Menschen zu hektisch sind und uns selbst einen zu grossen Stress machen. Auch gibt mir das bewusste Wahrnehmen der Natur das Gefühl von Freiheit. In den Dörfern und Städten ist alles mit Beton zugemauert. Das engt ein. In der Natur fühle ich mich freier.
Es bedeutet mir viel, dass ich ein Teil der Natur bin. Mein Handeln für eine nachhaltige Zukunft hat somit auch mit diesem Naturbezug zu tun. Ich möchte der Natur Sorge tragen, damit man sie noch lange so geniessen kann.
Freitag, 13. März 2009
Es ist schöner miteinander zu leben
Ich habe während dieser Woche meine Umwelt, meine Mitmenschen und das Leben achtsamer wahrgenommen. So habe ich bewusst, weniger Wasser verbraucht, war sorgfältiger mit der Natur und habe mehr Zeit meinen Menschen um mich gewidmet.
Es hat sich dann diese Woche herauskristallisiert, dass ich besonders meine Mitmenschen achtsamer wahrgenommen habe. Es waren Menschen im Zug, auf der Strasse, im Laden aber auch meine Familie und meine Freunde.
Es war wahnsinnig spannend, wie die Menschen um mich auf mich reagiert haben, wenn ich ihnen mehr Aufmerksamkeit geschenkt habe. Diese Aufmerksamkeit war zum Beispiel ein „Grüezi“ und „Adie“ im Zug dem Sitznachbar oder auf der Strasse einer fremden Person, ein herzliches „Danke“ im Laden oder einfach ein Lächeln. Die meisten Leute reagierten sehr herzlich, freuten sich und lächelten zurück.
Auch meine wichtigen Menschen um mich haben sich mir gegenüber mehr geöffnet. Ich habe ihnen bewusst Zeit geschenkt, ihnen zugehört und mich auf sie eingelassen.
Auch in einer normalen Woche nehme ich die wichtigen Menschen um mich achtsam wahr. Doch denke ich, bin ich nicht immer gleich dabei. Das heisst, es kommt vor, das ich vielleicht meine Gedanken noch irgendwo anders habe und mich nicht voll und ganz auf die Personen einlassen kann.
Die Hauptgründe dafür, dass man seine Mitmenschen zu wenige wahrnimmt sind wahrscheinlich Hektik und Stress. Diese zwei Sündeböcke sind in unseren Leben sehr präsent.
Doch finde ich es wichtig, dass man sich Zeit für seine Mitmenschen nimmt und diese auch achtsamer wahrnimmt. Auch die Menschen, die man vielleicht nicht kennt, wie die Kioskfrau, der Mann im Zug, die Frau am Marronistand, … etc. freuen sich über ein „Grüezi“, „Danke“ oder auch einfach über ein Lächeln.
Es ist viel schöner, wenn die Menschen miteinander leben und nicht aneinander vorbei.
Wie in Trance!
Am Dienstagabend fuhr ich ins Training – denselben Weg, wie ich ihn ca. zehnmal wöchentlich fahre. Während der Fahrt stellte ich mit Schrecken fest, dass ich mich nicht wirklich aufs Autofahren und den Strassenverkehr konzentrierte, sondern automatisch fuhr, wie in Trance. Dies machte mir irgendwie Angst, denn dieser Automatismus beeinträchtigt die beim Autofahren unabdingbare Konzentration. Aus diesem Grund heftete ich am nächsten Morgen den Post-it „Achtsam wahrnehmen – achtsam leben“ ans Armaturenbrett. Es sollte mich zukünftig daran erinnern, mit offenen, wachsamen Augen Auto zu fahren.
Ich war überrascht, welch positive Wirkung diese kleine Erinnerungshilfe hatte. Es gelang mir in der Folge nicht nur, wieder bewusster Auto zu fahren, sondern auch andere, alltägliche Dinge in meiner Umgebung wahrzunehmen, denen ich sonst keine besondere Beachtung schenke. Auch die Geräusche um mich herum nahm ich viel intensiver wahr.
Weiter versuchte ich in der vergangenen Woche, meinem Essverhalten mehr Beachtung zu schenken. Aufgrund meiner zeitraubenden sportlichen Tätigkeit, esse ich oft im Stress, weil ich mir fürs Essen immer zuwenig Zeit nehme. Die letzte Woche gelang es mir dann auch ein bisschen besser, in Ruhe zu essen, aber in diesem Bereich ist wohl immer noch Verbesserungspotenzial da.
Das einschneidendste Erlebnis dieser Woche war definitiv das "automatische Autofahren". Vermutlich ist mir das bereits mehr mal passiert, aber diese ist es mir erst so richtig bewusst geworden. Auf jeden Fall möchte ich mich in Zukunft darum bemühen, achtsamer zu leben und bewusster auf meine Lebensgewohnheiten und meine Umgebung achten.
Donnerstag, 12. März 2009
Achtsam auf seinen Körper hören
Ich habe in dieser Woche vor allem gelernt achtsam auf meinen Körper zu hören und um dadurch den Verlauf der Krankheit hoffentlich zu verkürzen. Seit es mir unwohl ist, nehme ich meinen Körper (logischerweise) viel bewusster wahr. Ich habe mir zum Ziel genommen, dies auch nach meiner Genesung weiterzuführen. So will ich darauf schauen, dass ich mich nicht mehr oft überesse und auch weniger Süssigkeiten konsumiere. Ausserdem ist mein Bedarf an Kaffee in den letzten Wochen enorm gestiegen, was ja anscheinend auch nicht sehr gesund ist.
In meiner Familie ist mir aufgefallen, wie alle sehr achtsam mit mir umgehen. Sie erkundigen sie nach meinem Zustand, setzen sich zu mir ins Zimmer, um mich ein bisschen abzulenken, bringen mir Tee ins Bett und mein Vater hat für mich ein Hörspiel gekauft, welches ich nun mit Genuss im Bett hören kann.
In solchen Momenten ist es unvorstellbar für mich alleine zu wohnen und auf mich alleine gestellt zu sein.
In solchen Momenten ist es schön eine Familie um sich zu haben, die einem pflegt.
Mittwoch, 11. März 2009
Nespresso,Ei,Minergie&Co.
Dienstag, 3. März 2009
Durch welche Hände geht mein 3-Minuten-Ei?
Ich möchte nun wissen, wer für mich arbeitet, damit ich jeden Sonntagmorgen zufrieden an den Küchentisch sitzen kann.
Ich beginne beim Huhn. Es ist ein Haushuhn, das mein Ei legt. Es gehört zur Familie der Hühnervögel und stammt von Ostasien oder dem Mittelmeerraum. Dieses Nutztier legt jeden Tag ein Ei, bis es schlussendlich als Suppenhuhn im Topf landet.
Die meisten Hühner in der Schweiz werden in Volièren gehalten. Eine solche Haltung setzt voraus, dass die Hühner genügend Stallgrund- und Auslauffläche, einen Scharrraum, Sitzstangen, Legenester, Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen und eine Kotgrube mit Rost haben. Eine andere Haltungsart ist die Freilandhaltung. Bei dieser Haltung können die Hühner ins Freie auf die Wiese. Diese Haltung ist teurer, darum muss man für die Freilandeier mehr bezahlen. Seit 1992 ist die Käfighaltung (Batterie) in der Schweiz verboten. Im Ausland ist diese Haltung aber noch häufig verbreitet.
Für die Haltung meines Huhns, ist der Bauer verantwortlich. Er muss die Hühner in Brutkästen ausbrüten, sie jeden Tag füttern, den Stall pflegen, die Eier einsammeln (auch mein Ei) und für den Transport oder den Verkauf verpacken.
Der Migros und er der Coop kaufen die Waren direkt beim Produzenten. Ein Transportunternehmen sammelt bei den Bauern die Eier ein und liefert sie in die Hallen des Grossverteilers. Dort werden sie von Fabrikarbeitern verarbeitet und verpackt. Der Lagerist bringt die Eierkartons auf Stapeln ins Lager. In der Spedition werden die Eier für die einzelnen Filialen in Kisten verpackt und mit Lastwagen in die Filialen verteilt. In den einzelnen Filialen werden die Kisten entgegengenommen und von den Detailhandelangestellten in die Verkaufsgestelle eingeräumt, damit der Kunde bequem die frischen Eier entgegen nehmen kann.
Einfacher ist es, wenn die Eier direkt vom Bauern gekauft werden. Diesem direkten Bezug sagt man Direktvermarktung. Da ich in einem kleinen Dorf wohne, haben wir ein „Milchhüsli“. Das „Milchhüseli“ ist ein Selbstbedienungsladen von einem Bauern aus unserem Dorf. Er verkauft dort seine Eier, Milch, Apfelsaft, Jogurt, etc. Wir kaufen unsere Eier meistens dort oder direkt vom Hof.
Es ist natürlich optimal, wenn man Produkte direkt beim Produzenten kaufen kann. Man weiss, woher das Produkt kommt, kann sicher gehen, dass die Tiere gut gehalten werden, muss die Umwelt mit CO2 nicht belasten und kann zum Bauern oder der Bäuerin eine Beziehung pflegen.
Wenn ich Eier im Detailhandel kaufen muss, schaue ich immer genau auf die Herkunft und die Haltung der Hühner. Es ist mir wichtig, dass ich die Bauern in der Umgebung unterstütze und dass die Hühner gut gehalten werden.
Wenn ich genau aufgeschrieben hätte, wer alles an meinem Ei beteiligt ist, wäre meine Liste noch einiges länger geworden. Es ist wahnsinnig durch wie viele Hände mein Ei gelangt, bis ich mein 3-Minuten-Ei essen kann.
Espresso von Nespresso
Jeden Morgen nehmen ich eine schwarze Kapsel und trinke einen Espresso.
Dieser hilft mir richtig wach zu werden und gut in den Tag zu starten.
Wem habe ich diesen leckeren, aufmunterten Start in den Tag eigentlich zu verdanken?
Auf der Webseite von Nespresso sind die Herkunftländer, wie Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Togo, Kenia und Äthiopien aufgelistet. Der Anbau des Kaffees, die Ernte und die Zubereitung sind sehr detailliert beschrieben. Leider fehlen die Angaben zu den Personen die hinter diesen Arbeiten stecken.
Ich habe mir deshalb selbst ein kleines Mindmap erstellt und darin aufgelistet, welche Personen ich denke, sind am Werk, bis mein Espresso bei mir zu Hause ankommt.
Plantagenbesitzer → Plantagenarbeiter (pflanzen, ernten) → Arbeiter für die Vermahlung und Röstung → Nespresso → Arbeiter für die Verpackung → Arbeiter im Verteilerzenter → mein Vater (bestellt Nespresso übers Internet) → Post, Arbeiter (liefert uns den Kaffee nach Hause)
Dies sind sehr grob eingeschätzt die beteiligten Personen. Die Pfeile bedeuten immer, dass da Personen zuständig sind, welche die Kaffeebohnen oder den bereits gemahlenen Kaffee von einem Standort zum nächsten transportieren.
Es würde mich sehr interessieren, welche Personen am allermeisten davon profitieren (Gewinn erziehlen), dass ich Nespresso trinke. Ich denke mir, dass dies der Plantagenbesitzer und der Konzern Nespresso sind. Wenn dem wirklich so ist, wie ich vermute, sind die Pofiteure diejenigen, die am ganzen Prozess am inaktivsten direkt mitarbeiten.
Mit wem war ich bei diesen Prozess in einer Beziehung? Diese Frage brachte mich ins Grübeln. Eigentlich mit niemandem, ausser meinem Vater, der evt. durch mich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Kaffee langsam ausgeht und er neuen bestellen solle.
Es ist schon erstaundlich, wie wenig Gedanken ich mir bisher über den Kaffee, oder allgemein gesagt Esswaren, gemacht habe, welche ich jeden Tag in der Hand halte. Bei meinen Recherchen ist mir aber auch aufgefallen, wie wenig konkretes man beispielsweise im Internet über den Nespresso rausfinden kann. Um Transparenz zu schaffen, müssten die Konzeren den Entstehungsprozess eigentlich genau aufgezeigen.
Montag, 2. März 2009
Was für uns süss ist, ist für andere bitter
Schokolade ist heute vermutlich die meistgeschätzte Süssigkeit der Welt. Stehe ich vor dem Süssigkeitenregal in der Migros oder zu Hause vor dem Schrank, greife auch ich oft zu einem Produkt, das in irgendeiner Form Schokolade enthält. Sei es nun aus Lust, Frust oder Stress, Schokolade passt grundsätzlich immer und macht ja bekanntlich glücklich. Wen sie aber wirklich glücklich macht, möchte ich im Folgenden genauer beleuchten.
Der lange Weg der Schokolade beginnt meist in Afrika, Südostasien oder Südamerika, wo die Kakaobauern, oft auch Kinder, für einen Hungerslohn und unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen die Bohnen ernten. Diese Kleinbauern sind vom Kakao abhängig. Dessen Preis ist aber sehr tief und sie sind den schwankenden Weltmarkpreisen schonungslos ausgeliefert. Dann sind da auch noch die Grossgrundbesitzer, welche die Bauern von ihrem Land vertreiben und das meiste Geld einsacken. Diese Akteure sind also definitiv nicht glücklich, haben aber keine andere Wahl, wenn sie ihre Existenz retten wollen.
Weitere Akteure in diesem Netz sind jene Menschen, welche die Kakaobohnen per Schiff nach Europa und von da mit Lastwagen oder Zug in die Schokoladenfabriken transportieren. Schliesslich sorgen die Arbeiter in den Fabriken für den süssen Geschmack der Schokolade und die Fabrikbesitzer und Verteiler wie Coop oder Migros räumen das ganze Geld ab.
Insgesamt sind es also eine ganze Menge Leute, die diesbezüglich für mein Wohlergehen sorgen. Traurig an der ganzen Geschichte ist, dass die Menschen in den Entwicklungsländern, welche diese so geliebte Ressource besitzen, meist verelenden, während die europäischen Produzenten den ganzen Gewinn absahnen.
Wenn ich anstelle der herkömmlichen Schokoladen, die etwas teurere Max-Havelar-Schokolade kaufe, kann ich vielleicht etwas dazu beitragen, dass die Kakaobauern fairere Bedingungen bekommen und dem Druck des Weltmarktes weniger stark ausgeliefert sind. Ich frage mich jedoch, was mit jenen Bauern geschehen würde, die nicht von einer solchen Stiftung unterstützt werden, wenn wir nur noch Produkte aus dem fairen Handel kaufen würden. Gingen diese dann nicht zu Grunde?
Grundsätzlich möchte ich Fair-Trade-Stiftungen wie Max-Havelar unterstüzten. Nicht zuletzt weil so alle vom fairen Handel profitieren können:
Die Bauernfamilien erhalten Marktzugang und faire Preise.
Die Pflückerinnen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Die Produzenten in Europa können auf zuverlässige, motivierte Handelspartner zählen.
Die Konsumenten geniessen diese köstliche Süssigkeit.