Dienstag, 3. März 2009

Durch welche Hände geht mein 3-Minuten-Ei?

Ich habe mich entschieden meinen Post über das Ei zu schreiben. Jeden Sonntagmorgen nehme ich ein frisches, rohes Ei aus dem Kühlschrank, lege es in den Eierkocher und kann in wenigen Minuten ein feines 3-Minuten-Ei essen.
Ich möchte nun wissen, wer für mich arbeitet, damit ich jeden Sonntagmorgen zufrieden an den Küchentisch sitzen kann.

Ich beginne beim Huhn. Es ist ein Haushuhn, das mein Ei legt. Es gehört zur Familie der Hühnervögel und stammt von Ostasien oder dem Mittelmeerraum. Dieses Nutztier legt jeden Tag ein Ei, bis es schlussendlich als Suppenhuhn im Topf landet.
Die meisten Hühner in der Schweiz werden in Volièren gehalten. Eine solche Haltung setzt voraus, dass die Hühner genügend Stallgrund- und Auslauffläche, einen Scharrraum, Sitzstangen, Legenester, Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen und eine Kotgrube mit Rost haben. Eine andere Haltungsart ist die Freilandhaltung. Bei dieser Haltung können die Hühner ins Freie auf die Wiese. Diese Haltung ist teurer, darum muss man für die Freilandeier mehr bezahlen. Seit 1992 ist die Käfighaltung (Batterie) in der Schweiz verboten. Im Ausland ist diese Haltung aber noch häufig verbreitet.

Für die Haltung meines Huhns, ist der Bauer verantwortlich. Er muss die Hühner in Brutkästen ausbrüten, sie jeden Tag füttern, den Stall pflegen, die Eier einsammeln (auch mein Ei) und für den Transport oder den Verkauf verpacken.

Der Migros und er der Coop kaufen die Waren direkt beim Produzenten. Ein Transportunternehmen sammelt bei den Bauern die Eier ein und liefert sie in die Hallen des Grossverteilers. Dort werden sie von Fabrikarbeitern verarbeitet und verpackt. Der Lagerist bringt die Eierkartons auf Stapeln ins Lager. In der Spedition werden die Eier für die einzelnen Filialen in Kisten verpackt und mit Lastwagen in die Filialen verteilt. In den einzelnen Filialen werden die Kisten entgegengenommen und von den Detailhandelangestellten in die Verkaufsgestelle eingeräumt, damit der Kunde bequem die frischen Eier entgegen nehmen kann.

Einfacher ist es, wenn die Eier direkt vom Bauern gekauft werden. Diesem direkten Bezug sagt man Direktvermarktung. Da ich in einem kleinen Dorf wohne, haben wir ein „Milchhüsli“. Das „Milchhüseli“ ist ein Selbstbedienungsladen von einem Bauern aus unserem Dorf. Er verkauft dort seine Eier, Milch, Apfelsaft, Jogurt, etc. Wir kaufen unsere Eier meistens dort oder direkt vom Hof.
Es ist natürlich optimal, wenn man Produkte direkt beim Produzenten kaufen kann. Man weiss, woher das Produkt kommt, kann sicher gehen, dass die Tiere gut gehalten werden, muss die Umwelt mit CO2 nicht belasten und kann zum Bauern oder der Bäuerin eine Beziehung pflegen.

Wenn ich Eier im Detailhandel kaufen muss, schaue ich immer genau auf die Herkunft und die Haltung der Hühner. Es ist mir wichtig, dass ich die Bauern in der Umgebung unterstütze und dass die Hühner gut gehalten werden.

Wenn ich genau aufgeschrieben hätte, wer alles an meinem Ei beteiligt ist, wäre meine Liste noch einiges länger geworden. Es ist wahnsinnig durch wie viele Hände mein Ei gelangt, bis ich mein 3-Minuten-Ei essen kann.

2 Kommentare:

  1. Es war spannend zu lesen woher dein 3 Minuten Ei kommt. Es ist wirklich am idealsten, wenn man Eier direkt von einem Bauern aus dem Dorf beziehen kann. Wir essen zu Hause auch ausschliesslich Eier von einem nahe gelegenen Bauernhof. Leider ist dieser direkte Bezug nicht bei allen Lebensmittel möglich.

    Ich finde es wichtig, dass man darauf schaut, woher die Lebensmittel kommen und ob sie biologischen Ursprungs sind. Diese Produkte sind zwar meistens teurer, doch sie schmecken einem auch besser, da man weiss, dass sie unter ökoligschen und nachhaltigen Bedingungen erstellt wurden.

    Anna Heule, LG06A/d

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  2. Hallo Darinka

    Ja, das ist wirklich unglaublich, wie viele Leute dein Ei bereits in den Händen hielten. Wir kaufen die Eier auch manchmal von einem unserer Nachbarn, der zehn Hühner hält. Aber meistens kaufe ich Eier aus Freilandhaltung - wenigstens das. Ich muss zugeben, dass ich mir bei vielen anderen Produkten, die auch über viele, viele Stationen wanderten, bis sie bei uns auf dem Küchentisch landen, oft zu wenig Gedanken mache. Wir kaufen zwar meist Bioprodukte, aber wir essen auch viele andere Produkte, über deren Herkunft ich nicht viel weiss.

    Ich finde es auf jeden Fall toll, dass du deine Eier direkt beim Bauern kaufst =)

    Annatina Benz LG06Ad

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