Was für uns süss ist, ist für andere bitter
Schokolade ist heute vermutlich die meistgeschätzte Süssigkeit der Welt. Stehe ich vor dem Süssigkeitenregal in der Migros oder zu Hause vor dem Schrank, greife auch ich oft zu einem Produkt, das in irgendeiner Form Schokolade enthält. Sei es nun aus Lust, Frust oder Stress, Schokolade passt grundsätzlich immer und macht ja bekanntlich glücklich. Wen sie aber wirklich glücklich macht, möchte ich im Folgenden genauer beleuchten.
Der lange Weg der Schokolade beginnt meist in Afrika, Südostasien oder Südamerika, wo die Kakaobauern, oft auch Kinder, für einen Hungerslohn und unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen die Bohnen ernten. Diese Kleinbauern sind vom Kakao abhängig. Dessen Preis ist aber sehr tief und sie sind den schwankenden Weltmarkpreisen schonungslos ausgeliefert. Dann sind da auch noch die Grossgrundbesitzer, welche die Bauern von ihrem Land vertreiben und das meiste Geld einsacken. Diese Akteure sind also definitiv nicht glücklich, haben aber keine andere Wahl, wenn sie ihre Existenz retten wollen.
Weitere Akteure in diesem Netz sind jene Menschen, welche die Kakaobohnen per Schiff nach Europa und von da mit Lastwagen oder Zug in die Schokoladenfabriken transportieren. Schliesslich sorgen die Arbeiter in den Fabriken für den süssen Geschmack der Schokolade und die Fabrikbesitzer und Verteiler wie Coop oder Migros räumen das ganze Geld ab.
Insgesamt sind es also eine ganze Menge Leute, die diesbezüglich für mein Wohlergehen sorgen. Traurig an der ganzen Geschichte ist, dass die Menschen in den Entwicklungsländern, welche diese so geliebte Ressource besitzen, meist verelenden, während die europäischen Produzenten den ganzen Gewinn absahnen.
Wenn ich anstelle der herkömmlichen Schokoladen, die etwas teurere Max-Havelar-Schokolade kaufe, kann ich vielleicht etwas dazu beitragen, dass die Kakaobauern fairere Bedingungen bekommen und dem Druck des Weltmarktes weniger stark ausgeliefert sind. Ich frage mich jedoch, was mit jenen Bauern geschehen würde, die nicht von einer solchen Stiftung unterstützt werden, wenn wir nur noch Produkte aus dem fairen Handel kaufen würden. Gingen diese dann nicht zu Grunde?
Grundsätzlich möchte ich Fair-Trade-Stiftungen wie Max-Havelar unterstüzten. Nicht zuletzt weil so alle vom fairen Handel profitieren können:
Die Bauernfamilien erhalten Marktzugang und faire Preise.
Die Pflückerinnen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Die Produzenten in Europa können auf zuverlässige, motivierte Handelspartner zählen.
Die Konsumenten geniessen diese köstliche Süssigkeit.
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Liebe Annatina
AntwortenLöschenIch kann deine Lust auf Schokolade sehr gut nachvollziehen. Mir geht es oft auch so, dass Schokolade einen wichtigen Teil zu meinem Wohlergehen beiträgt. =)
Dein Bericht war sehr spannend zu lesen. Ich habe selbst auch schon viel vom Handel der Rohmaterialien und den Bedingungen, die dort herrschen gehört. Dein Vorschlag faire-trade Produkte zu kaufen finde ich sehr gut. Bis jetzt habe ich nur Max Havelar-Kaffeebohnen und -Bananen gekauft. Ich werde mir aber beim nächsten Frust oder Stress die verschiedenen Schokoladensorten genauer anschauen .. und vielleicht auch eine Max Havelar Tafel kaufen.
glg Darinka